In allen Fällen, in denen ein Verstorbener Grundbesitz in Spanien hinterlässt, muss auch die so genannten „Plusvalía“ (Impuesto sobre el incremento de valor de los terrenos de naturaleza urbana), eine Wertzuwachssteuer der Gemeinden auf das vererbte Grundstück beachtet werden. Die Wertzuwachssteuer besteuert nur den Wertzuwachs von Grund und Boden, also nicht den Wertzuwachs des Hauses oder der Wohnung. Sie gilt bei einer erbrechtlichen Übertragung, aber auch bei Schenkung und Verkauf. Ausgenommen sind Grundstücksübertragungen im ländlichen Bereich - „suelos rusticos“.

Die Wertsteigerung errechnet sich aus der Differenz des Katasterwertes. Hierzu werden der Wert des Grundstücks zum Zeitpunkt der Vermögensweitergabe und der Wert zum Zeitpunkt des Vermögenserwerbs verglichen. Der maximale Besteuerungszeitraum beträgt 20 Jahre. Die maximal zu versteuernde Wertsteigerung ergibt sich aus dem Gesetz über lokale Steuern und richtet sich nach der Einwohnerzahl der Gemeinde und der Dauer des Besitzes.

Der maximale Steuersatz beträgt 30 %. Da die Gemeinden, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, den Bodenwert und Steuersatz selbst festsetzen, ist eine generelle Aussage über die Höhe der Plusvalia nicht möglich. Hier muss bei der betreffenden Gemeinde der Bodenwert und der Steuersatz erfragt werden. Ein Steuernachlass wird gewährt, wenn es sich bei der auf dem Grundstück befindlichen Immobilie, um den Hauptwohnsitz des Verstorbenen handelt. Bei einem Grundstückswert bis zu 24.000 Euro sind zwischen 20 und 95 % des Wertes, für den Ehegatten und die gesetzlichen Erben, steuerfrei. Allerdings muss die Immobilie anschliessend drei Jahre im Besitz der Erben verbleiben. Für lediglich zu Ferienzwecken genuzte Immobilen kommt dieser Nachlass nicht in Betracht, da es am dauerhaften gewöhnlichen Aufenthalt des Erblassers fehlt.

Die Steuer muss innerhalb von 30 Tagen nach Eigentumsübergang bezahlt werden. Im Falle einer erbrechtlichen Übertragung beträgt die Frist 6 Monate, ab Versterbenszeitpunkt des Erblassers und kann in dieser Zeit auf Antrag um weitere 6 Monate verlängert werden.

Lina Rathje

Bac jur